Unternehmensgründer Viktor
Mayer-Schönberger
Das Paradigma durchbrechen
Die IKARUS Software gab es schon einige Jahre vor den Virus-Utilities. Ihr Name ist übrigens bewusst gewählt. Die meisten Menschen denken bei Ikarus an den Absturz des antiken Helden. Aber viel wichtiger ist, was er davor gemacht hat: das Paradigma zu durchbrechen und zu fliegen! Genau das wollten wir mit IKARUS - nicht "business as usual", sondern wirklich Neues schaffen.
Zu Beginn zwei Standbeine
Die IKARUS hatte zu Beginn zwei Standbeine. Das erste war die Entwicklung von massgeschneiderter Software für Klein- und Mittelbetriebe. (Ja, das machte man damals noch, aber wirklich gewinnträchtig war das nicht.) Programmiert wurde in kompiliertem BASIC und COBOL auf PCs unter MS-DOS 2.11. Das zweite Standbein waren Standardprodukte. Wir hatten ein Designtool für COBOL-Entwickler im Programm, das von Microsoft empfohlen wurde. Eine Zeit lang verhandelten wir mit Microsoft um den Verkauf des Produkts, aber dann stampfte Microsoft das eigene COBOL-Team ein, und kaufte einen COBOL-Compiler zu, für den es schon ein derartiges Tool gab. Schade.
Time is Money
Den Durchbruch sollte TIM schaffen. Das stand für "Time is Money" und war ein Terminverwaltungsprogramm, dass im Hintergrund stets aktiv war (man nannte das "resident"), und selbst von Disketten die Termine einer ganzen gepackten Woche in weniger als einer Sekunde einlesen und darstellen sollte. TIM war in Macro Assembler geschrieben, hatte über 30.000 Zeilen Code und war elegant und schnell. Unsere Vertriebspartner in Europa und Nordamerika waren das leider nicht. Beide gerieten in finanzielle Schwierigkeiten, und wir hatten Lizenzausfälle in fast siebenstelliger Höhe. Das war eine sehr schwierige Situation. Denn TIM verkaufte sich relativ gut. Eines Tages, im Herbst 1987, erhielten wir eine Diskette eines TIM-Anwenders. Irgendetwas, schrieb dieser, sei kaputt gegangen.
Der erste Computer-Virus
Bei genauer Analyse stellten wir fest: es war von einem Computer-Virus verseucht. Das war etwas Neues für uns, das wir "in der freien Wildbahn" davor noch nicht gesehen hatten. Durch Zufall waren wir jedoch nicht unvorbereitet. Ganz im Gegenteil. Mit Joachim Schneider gemeinsam hatte ich 1984 auf einen Artikel im "Scientific American" geantwortet, in dem beschrieben wurde wie sich zwei Programme in einer Softwareumgebung gegenseitig bekämpfen. An weltweite Wettbewerbe - "Core Wars" - war gedacht, und auch eine Programmiersprache wurde vorgestellt. Zentrale Überlebensstrategie der Kampfprogramme war dabei sich selber oftmalig zu kopieren, sich also wie später Computer-Viren fortzupflanzen.
In unserer Freizeit entwickelten wir eine Software für Core Wars, mit der sich Kampfprogramme schreiben, kompilieren, und dann Wettbewerbe durchführen liessen. So wurden wir zu "European Coordinators of the International Core Wars Society". Den Brief dazu habe ich noch heute. Als wir dann 1987 den ersten Computer-Virus analysierten, waren uns die grundsätzlichen Konzepte durch "Core Wars" vertraut, und wir konnten den Virus von der Kunden-Diskette rasch entfernen. Dann hatte ich eines Abends plötzlich eine Idee.
IKARUS virus.utilities
Was ist, wenn wir unser Wissen nutzen und ein Softwarepaket entwickeln, mit dem Anwender ihre Disketten auf Viren untersuchen könnten, gefundene Viren entfernen, und gegen einen Neubefall durch (noch) unbekannte Viren schützen? Ich schrieb ein Konzept, dass diese drei Aufgaben detailierter skizzierte, und gab dem Paket einen Namen: Virus Utilities. Im Juni 1988 wurde die erste Beta-Version fertig, im Herbst 1988 begann der Verkauf.
Wachstum
Geschäftsführender Gesellschafter
Josef Pichlmayr
Das Managment übernahm 1997 als geschäftsführender Gesellschafter Joe Pichlmayr, unter dessen Leitung das Entwicklungs-Team Schritt für Schritt mit IT-Security-Experten erweitert wurde. Neben UNIX- und Microsoftspezialisten wurden auch Mitarbeiter von Universitäten und Forschungsinstituten abgeworben. Durch die Vielzahl an Zusammenarbeiten und speziellen Vereinbarungen mit IT Sicherheitsexperten war - und ist - IKARUS in der Lage minutenaktuelle Informationen und Antworten zu Fragen in allen Bereichen von Security Software zur Verfügung zu stellen.
Unsere Produkte reichen von einfachen aber effektiven Virenschutzprogrammen - IKARUS virus.utilities - über hochentwicklete Software für Netzwerke und Gateways - IKARUS security.manager, IKARUS security.proxy - zu IKARUS my.mailwall und IKARUS web.security, High-End Managed Security Lösungen, die Ihr Netzwerk vor Viren schützen, bevor diese überhaupt aktiv werden können.
Fakten und Meilensteine
| 2010: |
IKARUS erreicht Microsoft Gold Certified Status und ist ISV-Partner |
| 2009: |
IKARUS erweitert ihr Portfolio mit dem IKARUS security.proxy für Microsoft Internet Security and Acceleration Server |
| 2008: |
IKARUS gewinnt den renommierten GTB Innovation Award für ihre mobile Telefonie Internet Security-Lösung - entwickelt für die mobilkom Austria |
| 2006: |
IKARUS feierte ihr 20-jähriges-Jubiläum und entwickelte aonVirenchecker und aonSpamfilter für die Telekom Austria. |
| 2003: |
IKARUS war der Gründer des führenden CIRCA (Computer Incident Respons Cooperation Austria), ein österreichisches Virus-Frühwarnsystem. |
| 2002: |
IKARUS ContentWall/CVP wurde vom Check Point OPSEC-NG als erstes Antivirus/Antispam Produkt zertifiziert |
| 2001: |
Erste zentrale Antivirus / Antispam-Lösung mit benutzerbasiertem Management: IKARUS Managed Security Services. |
| 1997: |
IKARUS Mitarbeiter übernehmen das Unternehmen im Rahmen eines Management Buy-Outs (das Management hält ab diesem Zeitpunkt die Mehrheit des Kapitals) |
| 1994: |
IKARUS zieht nach Wien |
| 1986: |
Gründung der IKARUS Software GmbH in Zell am See; IKARUS war einer der ersten Hersteller für Antivirus-Software weltweit! |